Edu-Seasons Dialog der Generationen – 50+ sagt „Werdet lauter und direkter !“

By 5. Dezember 2016Sustainability

Der Edu-Seasons Gastkommentar geschrieben von Gert Langer, 63 Jahre, Fachangestellter und passionierter Lebensunternehmer:

„Werdet lauter und direkter !“

 

Mein Name ist Gert Langer, ich bin fast 63 Jahre alt und noch zwei Jahre im aktiven Arbeitsleben tätig. Meine Frau und ich haben einen 3 jährigen Enkel. Mit Ihm haben wir einen Generationenvertrag geschlossen, der sich nach Deutung der Politik aber nur auf die Rentenproblematik bezieht. Das Wort Politik als Kurzdefinition bedeutet: auf die öffentlichen Belange bezogenes Planen und Handeln staatlicher oder anderer Akteure.

 

Ich habe eine völlig andere Sichtweise zum Generationenvertrag, nämlich Verantwortung füreinander zu übernehmen. Mir wird unwohl wenn ich sehe, wie staatliche Akteure dieses Wort Verantwortung definieren. Um den Zustand zu ändern, muß die junge Generation mit der älteren Generation einen völlig neu definierten Generationnenvertrag eingehen. Denn beide haben doch ein gemeinsames Ziel “ Verantwortung zu übernehmen für die Kinder, Enkel und nachfoldende Generationen.“

 

Bisher wird ein Parallelkampf geführt. Jung im Internet, alt im Sumpf der Resignation. Auf den Feldern Politik, Wirtschaft und Erziehung ist die junge Generation viel zu passiv und zu ruhig. Das hat natürlich viele Ursachen, die maßgeblich durch aktuelle Entscheidungsträger negativ beeinflußt werden.

 

Politik: junge Abgeordnete mit guten Gedanken zu nachhaltigem Handeln werden durch die alte Garde in Fraktionshaft genommen. Denn hier geht es um Macht und Besitzstände, nicht um öffentliches Interesse. Bestes und aktuellstes Beispiel Italien! Hier wird die Volksmeinung völlig karikiert und ein fast 90 Jähriger wird zum Präsidenten Italiens gewählt, weil die Volksvertreter keine Verantwortung übernehmen wollen. (Vor der Lebensleistung diese Mannes habe ich Hochachtung.)

 

Wirtschaft: immer mehr junge Menschen mit guter Ausbildung sind entweder arbeitslos oder werden durch Zeitarbeitsverträge zu willfähigen Werkzeugen gemacht. Denn nur wer feste Anstellungen hat; kann es sich auch leisten kritisch gewisse Umstände zu hinterfragen.

 

Erziehung: Lehrziele werden durch Politiker vorgegeben, die jeglichen Bezug zu Kindern und Wünschen der Jugend verloren haben.

 

Wer nur dem Kapital verpflichtet ist, kann einen Impuls zur Nachhaltigkeit im persönlichen Handeln nicht geben. Wer revolutionäres Denken nur in die Nähe von Marx-Lenin-Castro usw. rückt, läuft in eine gefährliche Sackgasse.

 

Um aber den Generationenvertrag und damit die Verantwortung der Generationen füreinander in eine fruchtbare Arbeit münden zu lassen, braucht man revolutionäre Denkweisen, denn viel Zeit bleibt beiden Partnern nicht mehr. Eine schärfere Tonart in der Auseinandersetzung mit den Bremsern dieser Entwicklung ist auch nötig.

 

Ich glaube das viele Menschen in meinem Alter weltweit mitgenommen werden wollen. Nur wir wissen nicht, wie wir an die Aktivisten für nachhaltiges Denken und Handeln kommen sollen.

 

Also liebe junge Generation, nehmt uns mit auf diese spannende Reise. Ich glaube wir sind ein nicht zu unterschätzendes Wählerpotential. Des weiteren haben wir einen unschätzbaren Voteil: Wir haben nichts zu verlieren, keinen Besitzstand, keine Privilegien. Wir sind frei in unserem Handeln und nur unserem Gewissen verpflichtet. Und viel Lebenserfahrung kann auch ein großes Vermögen sein.

 

Werdet etwas lauter und direkter. Wir warten auf Eure Angebote zur Mitarbeit. Letztendlich geht es um unsere Kinder und Enkelkinder. Dafür lohnt sich jede Aktion. Wir sind in der Mehrzahl zur Zeit noch passiv aber bald aktiv.

 

Ich glaube es bleibt spannend,

 

Euer Gert Langer

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